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Wo arbeiten eigentlich Schriftsteller?

11.01.2024

Bestseller-Autorin Mariana Leky („Was man von hier aus sehen kann“) hat viele Arbeitsorte ausprobiert: vom Hotelzimmer, das sie für sich alleine hatte, bis zur Bürogemeinschaft, wo sie zu dritt war. Tatsächlich könne sie nur an einem einzigen Ort schreiben: Zuhause am eigenen Schreibtisch. 

Die wissens- und denkintensiven Berufe genießen in Deutschland tendenziell ein hohes Ansehen. Einer davon ist Schriftsteller, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung zeigt. Wir sind mal der Frage nachgegangen: Wo arbeitet die hoch angesehene Zunft eigentlich?

Ablenkungsfreiheit und Stille
Laut BÜCHERmagazin arbeiten Schriftsteller meist im Home-Office: Von 138 befragten Autorinnen und Autoren nannten 55 Prozent die eigenen vier Wände als Schaffensort. Und dies ist keinesfalls immer eine Notlösung, weil keine anderen Räume zur Verfügung stehen oder ein Büro zu teuer wäre. Es ist eine bewusste Wahl: Unglaublich viele Autoren betonen, dass sie Ablenkungsfreiheit und Stille für ihre Arbeit brauchen und diese zu Hause vorfinden. Bestseller-Autorin Mariana Leky beispielsweise sagt: „Tatsächlich kann ich nur an einem einzigen Ort schreiben. Zuhause an meinem Schreibtisch.“

Auch bei Teamarbeit im Vorteil
Generell bieten die eigenen vier Wände nicht nur für Einzelkämpfer nachweislich die besseren Arbeitsvoraussetzungen als ein Büro, sondern mittels Zoom und Co. auch für Teamwork: Ob es um die Zusammenarbeit mit Kollegen bei kreativer und bei Fokusarbeit geht, ob es um geplante oder ungeplant-informelle Gruppenmeetings geht, ob vertraulicher Austausch oder einfach der Klatsch zwischen Kollegen — die durchschnittliche Wohnung ist jedem durchschnittlichen Büro heute in acht der zehn häufigsten Tätigkeiten überlegen, die im Arbeitsalltag üblicherweise stattfinden. Das zeigt eine großangelegte Studie des britischen Researchunternehmens Leesman, dem Hunderttausende Datenpunkte zur Zufriedenheit der Menschen mit ihrer Arbeitsplatzsituation zugrunde liegen.

Akustik und Raumklima
Oder nehmen wir das Fraunhofer Institut, das festgestellt hat: Die eigenen vier Wände bieten den Vorteil, dass es weniger Hintergrundgrundlärm gibt, dass sich das Raumklima besser regeln lässt und dass — so simpel es klingt — der Blick aus dem Fenster häufiger ins Grüne geht. In der Fraunhofer-Untersuchung schneidet das Home-Office in sieben von sieben untersuchten Punkten besser ab als das Büro.

Durchschnitt und Einzelfall
Solche Ergebnisse sind einerseits bemerkenswert, weil die Wohnung in ihrem Wesen natürlich nicht primär als Arbeitsort gedacht ist: Trotzdem hängt sie das Büro in ihrem ureigenen Metier im Durchschnitt ab. Andererseits handelt es sich eben um den besagten Durchschnitt: Es gibt individuelle Tätigkeiten im Büro, die sich schwer oder gar nicht ins Home-Office verlagern lassen – zum Beispiel, wenn der persönliche Kundenkontakt erforderlich ist.

Verschmelzen und Verwandeln
Insgesamt aber dürften die Qualitäten, die das Home-Office im Schnitt bietet, dafür sorgen, dass perspektivisch weniger Büros gebraucht werden. Schon heute sie werden vielerorts zu Wohnungen umgewidmet. Ein Beispiel ist das sich hervorragend entwickelnde Lyoner Quartier in Frankfurt-Niederrad, das ursprünglich eine reine Büro-Monokultur war. Wir haben ein umgewidmetes Bürohaus aus dem Lyoner Quartier in unseren Bestand aufgenommen. Dass es neben erstklassiger Wohnqualität vom Grundriss bis zur technischen Infrastruktur auch beste Home-Office-Voraussetzungen bietet, versteht sich von selbst.